Wie Frauen ihre Wirkung im Beruf steigern

Viele Frauen werden im Berufsleben immer noch benachteiligt. Und wir wissen alle, dass das gesamte System sich für Frauen und andere benachteiligte Gruppen ändern muss. Doch wir können, ehrlich gesagt, nicht warten, bis die Politik und die Unternehmen endlich soweit sind. Deshalb möchte ich dich hiermit erinnern, noch mehr für dich einzustehen. 

Ein enormer Beitrag für dich persönlich und auch für andere Frauen ist es, die eigene Wirkung im Beruf gezielt zu erhöhen. Die folgenden fünf Prinzipien helfen dir dabei

Prinzip #1 Own you Career

Kennst du den Begriff Tiara-Syndrom? Dieses Syndrom betrifft aufgrund der Sozialisierung vorrangig Frauen. Es beschreibt, dass mehrheitlich Frauen die innere, oft unbewusste Überzeugung haben, dass sie durch Fleiß und harte Arbeit im Beruf automatisch belohnt, befördert und gut bezahlt werden. Wie in der Schule, wo die Gewissenhaftigkeit und der Fleiß von Mädchen oft zu höheren schulischen Leistungen führte, bleibt diese Grundüberzeugung auch oft im Erwachsenenalter bestehen und beeinflusst so das Verhalten im Beruf. 

Im übertragenden Sinne gehen Betroffene davon aus, dass sie als logische Konsequenz ihres Fleißes mit einer Krone (Tiara) gekrönt werden.

Das Tiara-Syndrom kann zu nachteiligen Verhaltensweisen führen:

  • Weniger die eigenen Erfolge sichtbar machen, da betroffene Frauen davon ausgehen, dass ihre Leistung sicher ausreichend wahrgenommen wird
  • Weniger Gehalt zu fordern/zu verhandeln, da ebenfalls davon ausgegangen wird, die/der Vorgesetzte wird den Fleiß schon sehen und aktiv mit einer Beförderung oder höherem Gehalt auf sie zukommen
  • Sich weniger aktiv für interessante Projekte oder Beförderungen positionieren

Viele von uns dürfen sich und ihre Qualitäten wesentlich proaktiver in den Mittelpunkt stellen. Es ist so wichtig, dass sich noch mehr Frauen selbstbewusst in die vorderen Reihen platzieren – und das ist weder egoistisch noch eingebildet, sondern lediglich ein souveräner und offener Umgang mit den eigenen Stärken, Qualitäten und Erfolgen.

Entscheide dich ganz bewusst und vor allem, wenn der Alltag sehr routiniert ist, deinen eigenen (beruflichen) Weg noch mal entschiedener in die Hand zu nehmen. Entschlossenheit hat einen enormen Effekt auf deine Wirkung und Strahlkraft.

Tipp: Verinnerliche dabei die innere Haltung vor allem in hierarchischen Organisationen: Kein*e Mann/Frau ist „über mir“ oder „unter mir“. Jede*r hat eine gleichwertige Dasein-Berechtigung.

Prinzip #2 Lege den unsichtbaren Mantel ab

Der wichtigste Hebel für mehr Klarheit und damit auch Wirkung nach außen ist es, den unsichtbaren „Mantel“ sozialer und gesellschaftlicher Erwartungen, von Vorurteilen oder auch limitierender Überzeugungen abzulegen. Das Paradoxe bei tief verankerten gesellschaftlichen Vorurteilen ist, dass selbst Betroffene diese Vorurteile oft auch über sich selbst glauben. 

Wer also veralte, unbewusste Glaubenssätze abstreift, kann ganz anders sein Potential einsetzen und erhöht dadurch gleichzeitig die eigene Wirkung. Unsere eigenen Stärken strahlen viel kraftvoller, wenn sie von uns selbst gesehen werden.

Tipp: Bist du berufstätige Mutter? Dann sei am 27.04.22 bei meinem 120-minütigen Online-Training dabei, in dem es genau um diesen unnötigen „Mantel“ geht. Dieses Live-Online-Training ist das erste aus einer Serie von fünf im Rahmen des Erfolgsprogramms Bloom. In diesem Intensiv-Training analysieren wir dein aktuelles Selbstbild, rücken deinen Selbstwert gerade und bringen deine Stärken mehr zum Strahlen.

Prinzip #3 Vertiefe deine Verhandlungsskills

Auch wenn es vielleicht anfänglich paradox klingt: Doch wer souverän für sich und seinen beruflichen Beitrag einsteht und kompetent ein Gehaltsgespräch führt, stärkt damit auch das Gesamtbild der eigenen Person. Das ist ein oft unterschätzter Hebel in der Gesamtwahrnehmung und Wirkung. Oder andersherum: Wer nicht verhandelt, schwächt den Eindruck der eigenen Person.

Viele scheuen sich, aktiv Gehaltsgespräche zu fordern oder hoffen darauf, dass die jeweilige Führungskraft das Thema Gehalt im nächsten Mitarbeiter:innen-Gespräch schon ansprechen wird. Studien haben gezeigt, dass 41 Prozent der Frauen noch nie aktiv eine Gehaltserhöhung außerhalb der Jahresgespräche oder des Tarifes gefordert haben. Dabei ist das sowohl aus finanzieller Sicht als auch aus Wirkungsperspektive fatal.

Ein glaubwürdiges, offensives Handeln hilft auch enorm, um sich im Unternehmen stärker zu positionieren und noch ernster genommen zu werden. Jetzt aber bitte nicht direkt übermorgen blind loslaufen! Eine zielgerichtete Vorbereitung ist das A & O. Am besten diesen wertvollen Leitfaden für häufige Stolperfallen im Gehaltsgespräch als Download anfordern!

 

Prinzip #4 Steigere deine Authentizität und Stimmigkeit

Wusstest du, dass 45 Prozent der berufstätigen Menschen im Beruf eine Rolle spielen*? Wie ist es bei dir? Bist du weitestgehend du selbst?

Und auch wenn viele oft sagen, dass diese berufliche Rolle eigentlich nicht sie selbst sind, ist es dennoch ein Teil ihrer Persönlichkeit. 

Eine stärkere Übereinstimmung des beruflichen Ichs und des privaten Ichs löst Selbstzweifel und innere Widersprüche auf. Menschen, die ihre echte Persönlichkeit auch im Beruf einbringen, können ihre Potentiale mehr entfalten und sind langfristig zufriedener. Das berufliche Ich und das private Ich mehr in den Einklang zu bringen, ist deshalb ein Prozess, der sich für die Ausstrahlung enorm lohnt.

Authentizität im Job ist dabei aber nicht gleichzusetzen mit dem rücksichtslosen Ausleben aller Frustrationen oder diversen Opferrollen. 

Authentisch im Job zu agieren, heißt, die eigene Meinung und die eigenen Überzeugungen einzubringen und damit schlichtweg auch respektiert zu werden.

*XING-Umfrage 2021

 

Prinzip #5 Stabilisiere dein Selbstwertgefühl

Ich merke immer wieder, vor allem im beruflichen Kontext, dass das Thema Stärkung des Selbstwertes noch nicht ausreichend Beachtung bekommt oder für manche sogar Chichi ist. Dabei ist es genau das Gegenteil. 

Unser persönliches Selbstwertgefühl ist wie eine Art mentales Immunsystem und beeinflusst deshalb enorm unsere Ausstrahlung.

Ein minderwertiges Selbstwertgefühl kann sich im Beruf durch ganz unterschiedliche Facetten zeigen – von Unsicherheit über Ignoranz bis Arroganz als Schutzstrategie. In der Regel wird jedoch immer die eigene Wirkung geschwächt.

 

Das Gefühl von „Nicht genug zu sein“ oder „Sich minderwertiger als andere zu fühlen“ entsteht in uns selbst. Somit hat jeder von uns persönlich die Möglichkeit, dem ab sofort nicht mehr zuzustimmen. 

Ich hoffe, diese Prinzipien haben dich inspiriert, nochmal genauer hinzuschauen, wie du deine Wirkung erhöhen kannst. 

 

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