Bewusste und vor allem eigenverantwortliche Kommunikation im Beruf?

Dann am besten auch berufliche Floskeln und sogenannte Killerphrasen reduzieren

In jeder zwischenmenschlichen Interaktion haben unsere Worte eine Wirkung auf uns selbst und auf unsere Gesprächspartner:in. Und die meisten Menschen weisen eine gute, souveräne und eigenverantwortliche Kommunikation im Beruf auf. 

Doch je mehr wir im Stress oder im sogenannten Autopilot sind, desto mehr neigen wir auch dazu, berufliche Floskelsätze oder Killerphrasen zu benutzen.

Und immer wenn ich bei Firmen anrufe – ob privat oder beruflich, achte ich durch mein geschultes Ohr auf das Kommunikationsverhalten. Ehrlicherweise kann ich gar mehr anders. 

Und vor kurzem war da wieder einer dieser Sätze: „Dazu muss ich mich schlau machen.“ Vielleicht geht es dir auch so, ich kann diesen Satz nicht mehr hören.

Floskeln sind formelhafte Redewendungen, die ohne großes Nachdenken gesagt werden. Oft plappern wir diese einfach nach. Denn du weißt sicher, dass wir ganz oft das Verhalten unseres Umfelds kopieren (Stichwort: Spiegelneuronen unseres Gehirns). Vor allem im Beruf imitieren wir, mal bewusst und mal unbewusst, Sprüche und Umgangsformen von älteren Generationen oder Kolleg:innen, zu denen wir „aufschauen“. 

Ich weiß noch, als ich damals meinen allerersten richtigen Job nach meinem  Erststudium in der Apotheke anfing, habe ich nach und nach die Sätze und Formulierungen der Kolleg:innen kopiert. Und das Nachahmen und Kopieren von Kolleg:innen mit mehr Berufserfahrung ist ja grundsätzlich auch okay. Doch leider tragen sich so auch von Generation zu Generation solche beruflichen Floskeln weiter.

Und von solchen beruflichen Phrasen gibt es eine ganze Menge:

Und neben schnell daher gesagten beruflichen Floskeln, begegnen dir vielleicht auch solche oft destruktiven, sogenannte Killerphrasen.

Killerphrasen sind Redensarten oder häufig verwendete Sätze, die es zum Ziel haben, eine Diskussion abzuwürgen, indem Argumente pauschal oder mit vorgeschobenen Begründungen abgeschmettert und abgewertet werden. Meist fehlt der sachliche Bezug. 

Und diese Killerphrasen werden oft mit großer und manchmal auch überheblicher Überzeugungskraft erwidert. Schnell kann es sein, dass wir uns in solchen Momenten eingeschüchtert fühlen und nicht schlagfertig oder lösungsorientiert reagieren.

Welche beruflichen Floskeln und Killerphrasen fallen dir direkt noch ein? Schreib mir gern per Mail an kristin@kristinhenke.com oder bei Instagram.

Berufliche Floskeln haben oft eine negative Wirkung

Floskeln, die wir im beruflichen Alltag oft unbewusst einbauen, haben eine Wirkung auf die Person gegenüber.

Der Satz „Dazu muss ich mich schlau machen.“ schwächt die eigene Kompetenz bzw. die eigene Wirkung. Und oft ist das ein Satz, den wir im Erstkontakt hören (beispielsweise beim Anruf in der Zentrale oder dem Kundenservice). Diese Floskel suggeriert „Ich habe keine Ahnung“ oder „Ich bin grundsätzlich nicht schlau.“. Wer das gern als Wirkung möchte, kann die Formulierung natürlich weiter benutzen. 😉

Auch das Beispiel “Dafür bin ich nicht zuständig.” kann das Gespräch negativ beeinflussen. Egal ob wir den Satz gegenüber Kolleg:innen, Vorgesetzten oder Kund:innen sagen, er suggeriert Ablehnung und baut damit eine gewisse Distanz auf.

Ich kenne auch Situationen, wo ich Sätze wie „Da haben Sie mich falsch verstanden!“ tatsächlich gern sagen möchte. Wir kennen das wahrscheinlich alle. Doch oft ist Lösungsorientierung wichtiger, als Recht zu haben.

Und auch eine Verneinung von Reizwörter durch “Kein Problem.” oder “Kein Thema.” gilt nicht aus wirkungsvolle Kommunikation. Das Wort “Problem” ist ein Reizwort bzw. ein Signalwort, wo unser Gehirn gleich auf Achtung schaltet. Ich empfehle es nur zu verwenden, wenn es tatsächlich ein Problem gibt.

Wer eigenverantwortlich kommuniziert und sich damit seiner Wirkung bewusst ist, meidet solche Floskeln. Und das verbessert übrigens auch die Ausgangslage für das nächste Gehaltsgespräch.

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Killerphrasen sind bei hoher Eigenverantwortung ein NO-GO

Meist enthalten “Killerphrasen” keine wirklichen Argumente. Und das ist der Punkt. Pauschale Sätze wie “Das hat noch nie funktioniert.” stoßen Menschen vor den Kopf. Stell dir vor, du hast vor Kolleg:innen mit voller Begeisterung eine neue Idee vorgestellt und dann kommt so ein Satz. Wie fühlst du dich dann?

Der Effekt von Killerphrasen liegt nicht so sehr in der offensichtlichen Kommunikationsebene, sondern eher in tieferen Ebenen wie dem unbewussten Bereich. Das heisst, solche Sätze gehen tiefer und sind deshalb in ihrer längerfristigen Wirkung nicht zu unterschätzen.

Das alles zu wissen, ist ja schön und gut, doch mindestens genauso wichtig ist es, souverän damit umzugehen.

Vor allem Führungskräften empfehle ich ganz bewusst Floskeln und Killerphrasen zu meiden. Denn sie haben durch ihre Führungsverantwortung eine noch größere Rolemodel-Funktion. Zudem ist es wichtig, dass Führungskräfte beim Gebrauch von Killerphrasen zum Beispiel von Teamkolleg:innen eingreifen und auf die sachliche Ebene zurückzulenken. 

Berufliche Floskeln schrittweise austauschen

Hast du bei dir solche beruflichen Floskeln schon mal bemerkt? Wenn ja, dann tausche sie einfach nach und nach aus. Solche Sätze sind im Unterbewusstsein, genau genommen in den Basalganglien,  gespeichert und deshalb schiessen die oft schneller raus, als wir sie bremsen können. Immer wenn du sie bei dir bemerkst, ersetze sie beispielsweise durch diese folgenden Empfehlungen:

Auf Killerphrasen mit Fragen antworten

Da Killerphrasen oft keine wirklichen Argumente enthalten, ist es aus meiner Erfahrung die beste Variante diesen mit Fragen zu begegnen. Schaue dir gern die möglichen Beispiele an:

Der Reduktion von beruflichen Floskeln und der Umgang mit Killerphrasen ist Trainingssache. Durch ein kleines Fünkchen mehr Aufmerksamkeit lässt sich mehr Wirkung im Beruf erzielen und zudem das Miteinander verbessern. Und das ist wert oder? 

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